Der Begriff CFDs wird einigen Anlegern bekannt vorkommen, doch wie sie genau funktionieren und für was die Abkürzung genau steht, ist nicht allen bekannt. Daher sollen die sogenannten Differenzkontrakte im Folgenden genauer betrachtet werden.

Was sind CFDs?

Die Abkürzung CFD steht für den englischen Ausdruck „Contract for Difference“, also für einen Vertrag, der sich mit einem Unterschied beschäftigt. Hierbei ist der Unterschied im Preis gemeint. Ein CFD ist eine Form eines „Total Rate of Return“-Swap. Ein solcher Swap ist ein Kreditderivat, der dahingehend definiert ist, dass die Schwankungen im Wert einer speziellen Basisgröße gegen die vereinbarte Zahlung von Zinsen getauscht werden. Im Deutschen werden CFDs auch als Differenzkontrakte bezeichnet.

Etwas einfacher gesprochen, vereinbaren also zwei Parteien einen Vertrag, bei dem die Wertenwicklung der zugrundeliegenden Basisgröße mit Zahlungen vergütet wird. Damit ist ein CFD eine Wette auf die zukünftige Wertentwicklung der Basisgröße. Eine solche Basisgröße kann zum Beispiel der Wert des Dollar in Euro sein.

Bei einer solchen Wette kann die Eigenkapitalquote niedriger als 100% sein. Das bedeutet, dass Wetten über einen höheren Geldbetrag abgeschlossen werden können, als tatsächlich direkt beim Vertragsabschluss eingezahlt wird (das für einen Trade erforderliche Kapital wird als „Margin“ bezeichnet). Dies kann bedeuten, dass bei einem ungünstigen Ausgang wesentlich mehr Geld gezahlt werden muss, als zunächst bei der Wette überhaupt eingezahlt wurde. Es kann bei einem CFD also nicht nur zu einem Totalverlust kommen, sondern es besteht auch die Gefahr einer Nachschusspflicht von ganz erheblichem Wert. Natürlich ist umgekehrt das Potential für mögliche Gewinne um ein Vielfaches erhöht. In beide Richtungen wirkt also ein Hebeleffekt (Leverage-Effekt). Geläufig sind Hebelgrößen von 5:1 bis zu 100:1. Es gibt jedoch auch Anbieter, die speziell für den Forexmarkt Hebel bis zu 1000:1 anbieten.

CFDs haben keine grundsätzlich festgelegte Laufzeit oder Größe. Dies wird von den Vertragsteilnehmern selbst bestimmt (ein Unterschied zu Futures oder binären Optionen). Der Basiswert selbst wird bei einem CFD nicht gekauft. Stattdessen setzt ein Anleger auf steigende oder fallende Kurse (er geht also „long“ oder „short“). Hat der Anleger auf steigende Kurse gewettet und Recht behalten, erhält er den entsprechenden Gewinn, der sich aus dem Wertzuwachs des CFD ergibt. Ist der Kurs allerdings gefallen, muss der Anleger einen entsprechenden Verlust hinnehmen.

Der Preis für einen Differenzkontrakt unterscheidet sich je nachdem, ob er gekauft oder verkauft werden soll. Diese Differenz wird als „Spread“ bezeichnet.

CFDs sind hochgradig spekulative Derivate. Anfängern ist deshalb unbedingt anzuraten zunächst ein kostenloses CFD-Demokonto zu nutzen, um sich mit dem Handel vertraut zu machen und eigene Strategien zu entwickeln und zu testen.

Was sind die Vor- und Nachteile von CFDs?

CFDs haben einige Vorteile. Dazu gehört eine nachvollziehbare Preisbildung und das ein Handeln bereits mit kleinen Stückzahlen möglich ist. Auch kann der angesetzte Hebel vom Anleger selbst gewählt werden. Weiterhin haben Differenzkontrakte zunächst eine unbegrenzte Laufzeit.

Nachteilig für CFDs ist, dass sie eher für erfahrene Anleger geeignet sind. Dies ergibt sich zum Beispiel aufgrund des Risikos des Totalverlustes und einer möglichen weiteren Nachschusspflicht.

Differenzkontrakte sind außerdem sehr schnelllebig und erfordern besondere Aufmerksamkeit. Wer CFDs handelt, sollte ihnen deshalb seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. CFDs sind grundsätzlich sehr spekulativ. Auch geht der Anleger bei ihnen keinen Vertrag direkt an der Börse ein, sondern mit einem Broker. Diesem sollte er vertrauen können, damit ein faires Geschäft zu Stande kommen kann.

Die enorme Wirkung des bei einigen Anbietern verfügbaren Hebels bietet einerseits das Potential für sehr hohe Gewinne, andererseits aber auch höhere Risiken, da schon geringe Kursschwankungen das eigene Kapital aufzehren und einen sogenannten Margin-Call auslösen können.

CFDs beim Social Trading

Im Social Trading sind CFDs recht beliebt und mit Abstand das meistverwendete Finanzinstrument auf Social-Trading-Plattformen, kommen als Basiswerte doch Währungen, Rohstoffe, Indizes und Aktien gleichermaßen in Betracht. Dies liegt sicher auch daran, dass sie einfach zu handeln und einfach zu verstehen sind. Trotzdem bleiben CFDs eine Angelegenheit für erfahrene Anleger. Der Bereich Social Trading bietet hier aber die Möglichkeit, sich Strategien von erfahrenen Anlegern im Bereich Differenzkontrakte anzuschauen und so die Funktionsweise von CFDs lernen zu können. Welche Anbieter im Bereich Social Trading den Handel mit CFDs ermöglichen, sehen Sie in unserem Social-Trading-Vergleich.

CFD-Strategien beim Handel

Für das Handeln mit CFDs gibt es viele unterschiedliche Strategien, die von sehr einfach bis sehr komplex reichen. Wichtig ist zunächst, eine umfassende Chartanalyse durchzuführen. So lässt sich ein Überblick über den entsprechenden Markt schaffen und mögliche Trends lassen sich identifizieren.

Eine der einfacheren Strategien ist die Trendfolgestrategie. Diese beruht einfach darauf, dass man CFDs so platziert, dass diese der aktuellen Kursentwicklung folgen. Wenn der Euro in Dollar also gerade steigt, wird man auf einen weiter steigenden Kurs wetten. Dieses einfache Vorgehen lässt sich dadurch begründen, dass ein Anhalten des Trends wahrscheinlicher ist als eine Änderung des Trends. Im Englischen gibt es deswegen auch den Ausdruck „the trend is your friend“. Allerdings ist diese Strategie nicht allein gewinnversprechend (so etwas gibt es ohnehin nicht im Finanzhandel). So können sich Trends abrupt ändern, beispielsweise aufgrund der Nachrichtenlage.

Eine weitere Strategie ist die Tiefpunkt-Strategie. Hierbei werden aus den historischen Daten die Tiefpunkte der Wertentwicklung miteinander verbunden. Diese Tiefpunkte können dann auf einer Linie liegen. Diese Linie ist ein Anhaltspunkt um frühzeitig feststellen zu können, wann sich ein Abwärtstrend wieder in einen Aufwärtstrend wandelt. Dies geschieht dann, wenn der Basiswert diese Linie erreicht. Auch diese Strategie ist sehr einfach und deswegen besonders fehleranfällig.

Die CFD-Long- und die CFD-Short-Strategie sind etwas komplexere Strategien. Bei diesen versucht der Anleger Anhaltspunkte dafür zu identifizieren, dass der Kurs in Zukunft steigen oder fallen wird. Je nachdem, welche Entwicklung aus diesen Ergebnissen prognostiziert wird, wird dann auf steigende oder fallende Kurse gesetzt.

Alle Strategien haben gemeinsam, dass sie einen Gewinn nicht garantieren können. Grundsätzlich ist eine Gewinngarantie bei finanziellen Geschäften nicht möglich.

Fazit: CFDs bieten erfahrenen Anlegern einige Möglichkeiten

Wer sich mit CFDs auskennt und auch die mit ihnen einhergehenden Risiken verstanden und akzeptiert hat, kann Differenzkontrakte für seine Zwecke einsetzen. Unerfahrene Anleger sollten sich mit der Materie zunächst vertraut machen und ein kostenloses CFD-Demokonto nutzen. Eine Möglichkeit, um mehr über CFDs zu erfahren, bieten Social Trading-Plattformen, auf denen sich erfahrene Anleger über den richtigen Einsatz von CFDs austauschen und die Trades erfahrener Anleger kopieren können. Hier können auch unterschiedliche Strategien diskutiert und getestet werden. Ein taktisch kluges Vorgehen mit der richtigen Strategie ist ebenfalls wichtig, um mit CFDs erfolgreich sein zu können.

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