Obwohl gerade bei kurzfristigen binären Optionen der Glücksfaktor recht hoch ist, macht auf lange Sicht eine fundierte Strategie den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust. Das Finden von Einstiegspunkten in den Markt erhält dabei entscheidende Bedeutung. Doch wie erkennt man am besten eine bevorstehende Kursveränderung und nutzt diese zu seinem Vorteil? Zu diesem Zweck bedient man sich verschiedener Signale und Indikatoren, mit deren Hilfe eine Prognose zukünftiger Kursverläufe möglich sein soll. Eines jedoch vorab: Finanzmärkte sind auf kurze Sicht immer unberechenbar, weshalb selbst der gekonnte Einsatz von Indikatoren nur die Wahrscheinlichkeit eines gewinnbringenden Trades erhöht – garantieren kann er diesen nicht.

Binäre Optionen StrategieJe nach Tradingsoftware stehen Ihnen zudem unzählige verschiedene Indikatoren zur Verfügung, deren Daseinsberechtigung nicht in allen Fällen unumstritten ist und die für Einsteiger und Fortgeschrittene kaum eine Hilfestellung bieten können. Ein Wort sei zunächst darüber verloren, warum man überhaupt davon ausgeht durch Analyse vergangener Kursverläufe bevorstehende Bewegungen vorhersagen zu können:

Grundsätzlich existieren für Finanzmärkte zwei verschiedene Analysemethoden, die Fundamentalanalyse und die technische Analyse. Während die fundamentale Analyse die klassische Variante darstellt, bei der wirtschaftliche Hintergründe, politisches Geschehen und wichtige Ereignisse berücksichtigt werden, gehen Anhänger der technische Analyse davon aus, dass sämtliche Informationen zur Prognose einer Kursentwicklung bereits kursimmanent sind, also sich bereits im Chart finden lassen. Dies sei vor allem aufgrund historischer Chartformationen und -Entwicklungen möglich. Mit technischen Indikatoren versuchen Analysten entsprechende Formationen und Signale im Chart zu erkennen und zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Dabei ist die Daseinsberechtigung dieser Analyse wie bereits angedeutet nicht unumstritten. Eine wichtige Überlegung ist dabei jedoch folgende: Der Einsatz technischer Indikatoren ist mittlerweile dermaßen verbreitet, dass allein schon dieser Umstand dafür sorgt, dass auf ihrer Grundlage getroffene Prognosen eintreten, denn Hunderttausende Trader weltweit nutzen Indikatoren ebenfalls. Wenn genügend Trader und Finanzinstitute Entscheidungen auf dieser Basis treffen, wird dies den Kurs auch entsprechend beeinflussen. Ein Stück weit sind technische Indikatoren demnach eine selbsterfüllende Prophezeiung. Grundsätzlich lassen sich Indikatoren deshalb auch für eine Binäre-Optionen-Strategie nutzen.

Binäre Optionen – Strategie für Einsteiger

Bei Anfängern beliebt ist vor allem der Einsatz einfacher Indikatoren, deren Anwendung wenig Einarbeitungszeit und kein mathematisches Verständnis erfordert. Durchgesetzt bei binären Optionen haben sich dabei vor allem sogenannte Moving Averages, Bollinger Bands, der MACD-Indikator und der RSI-Indikator. Näher eingehen wollen wir in diesem Artikel eine Grundstrategie mit Bollinger Bändern.

Strategie mit Bollinger Bands

Bollinger Bänder zeigen Ihnen auf dem Chart die Volatilität des Marktes anhand zweier (manchmal auch drei) Linien. Laufen obere und untere Linie dabei eng zusammen und parallel, spricht dies für wenig Volatilität, man spricht von einem flachen Markt. Vergrößert sich der Abstand zwischen den Bändern, bedeutet dies eine hohe Volatilität.

Genutzt wird dieser Indikator von Tradern bei binären Optionen dabei wie folgt:

Bollinger Bands1. Es wird gewartet, bis der Kurs außerhalb der Bollinger Bands läuft und ein Candlestick dort schließt.

2. Läuft die nächste Kerze auf dem Chart wieder in die Bollinger Bänder hinein und die darauffolgende Kerze in derselben Richtung weiter, wird eine Call- oder Put-Option je nach Richtung dieses Gegentrends eröffnet.

Natürlich ist dies nur der grobe Ablauf. Damit daraus eine Strategie wird, gilt es verschiedene Zeitfenster, Ausmaß der Volatilität und andere Faktoren zu berücksichtigen. Erklären können wir an dieser Stelle nur die Grundlagen. Empfehlenswert ist das Entwickeln einer eigenen Strategie anhand der Grundlagen, was am besten mit einem Demokonto funktioniert, in dem ohne Risiko verschiedene Herangehensweisen getestet werden können.

Strategien für besondere Zeiträume

Grundsätzlich lassen sich einzelne Strategien auch bei Binären Optionen auf unterschiedliche Zeiträume anwenden. Die Popularität sehr kurzer Ablaufzeiten hat jedoch dazu geführt, dass insbesondere für 60-Sekunden-Optionen eine Vielzahl an unterschiedlichen Ansätzen existiert. Aufgrund des hohen Zufallsanteils an derart kurzfristigen Kursentwicklungen ist es jedoch besonders schwierig 60-Sekunden-Strategien zu entwickeln, die dauerhaft profitabel sind. Dies hängt zum Teil auch davon ab, dass mit einem hohen Glücksfaktor aufgrund statistischer Varianz sogenannte Swings einhergehen, also Phasen, in denen längere Verlust- oder Gewinnserien erfolgen, die eine Analyse der Profitabilität erschweren. Aus diesem Grund ist zum Test einer 60-Sekunden-Strategie stets ein hohes Trading-Volumen erforderlich, also eine größere Zahl an Trades.

60-Sekunden-Strategie

Auch bei 60-Sekunden-Optionen sind Bollinger Bands, MACD und RSI beliebte Indikatoren als Strategiebasis. Alleine durch deren Einsatz wird jedoch kaum auf Dauer ein profitabler Handel möglich sein.

Ebenfalls beliebt ist das Spekulieren auf sogenannte Bounces, also kurzfristige Korrekturbewegungen, die üblicherweise an wichtigen Support und Resistance Levels vorkommen. Derartige Bounces können an vorherigen wichtigen Hoch- oder Tiefpunkten eines Kurses, aber auch an Werten der Fibonacci Retracement oder Pivot-Punkten auftreten.

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