Edelmetalle als GeldanlageIm technischen beziehungsweise chemischen Verständnis besitzen Edelmetalle eine Eigenschaft, die sie von anderen Metallen unterscheidet und mitverantwortlich ist, warum verschiedene Edelmetalle über Jahrtausende hoch im Kurs stehen. Sie besitzen ein positives Normalpotenzial oder um es vereinfacht auszudrücken, sie können von verdünnten Säuren nicht angegriffen werden. Das macht Edelmetalle enorm wertbeständig. Gut zu erkennen daran, wenn irgendwo auf der Welt wieder ein Schatz einer alten Kultur entdeckt wird und die darin befindlichen Gegenstände aus Edelmetall die Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende schadlos überstanden, während eisenhaltige Metalle korrodieren und sich letztlich ganz auflösen. Das allein ist es natürlich nicht. Würden die Metalle nicht gleichzeitig auch optisch sehr reizvoll sein, wäre ihre Popularität vermutlich wesentlich geringer. Führend in der Riege der Edelmetalle sowohl als Wertanlage wie auch zur Schmuckverarbeitung war und ist Gold. Aber auch andere Edelmetalle beweisen sich gerade in Zeiten einer extremen Tiefzinspolitik als gute Anlageformen.

Der Wert von Edelmetallen

Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten erfolgt unter Anlegern geradezu eine Flucht in Edelmetalle, die in gewissen Rahmen technischen Zwecken dienen, deren größter Anteil aber zu Schmuck und Münzen verarbeitet wird. Das macht die meisten Edelmetalle weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Es lohnt sich folglich, in Edelmetalle zu investieren. Wichtig dabei ist der Einstiegspunkt. Weltweite Wirtschaftskrisen kündigen sich durch bestimmte Anzeichen an, die es natürlich zu erkennen gilt. Das ist oft der richtige Zeitpunkt, in Edelmetalle zu gehen. Das wohl beste Beispiel dafür ist der Goldkurs, der im Krisenjahr 2007 mit dem Platzen der Immobilienblase einen unglaublichen Höhenflug startete, der seinen Höhepunkt erst im Jahr 2012 fand.

Aktien, Derivate oder physischer Besitz

Wer sich für eine Anlage in Edelmetalle entscheidet, kann dies in verschiedener Form tätigen. Einmal die Aktienbeteiligung an Unternehmen, die sich mit dem schürfen, verarbeiten und handeln von Edelmetallen beschäftigen, dann verschiedene Derivate, wobei es sich hierbei um Termingeschäfte handelt. Der physische Besitz wiederum beinhaltet den Kauf von Barren oder auch Münzen, die entweder tatsächlich zu Hause gelagert werden oder in einem Bankschließfach.

Verschiedene handelbare Metalle:

Kupfer

Kupfer ist eigentlich ein Halbedelmetall, besitzt aber für die Wirtschaft eine enorme Bedeutung. Beispielsweise in der Elektrotechnik ist Kupfer unverzichtbar. Kupfer ist als Anlage etwa in Barrenform relativ neu und lohnt sich aufgrund des hohen Verarbeitungspreises noch nicht. Die Aktien der Kupferminengesellschaften wie auch die Derivate zu dem Halbedelmetall besitzen aber durchaus ihren Reiz.

Palladium

Palladium ist ein relativ spät entdecktes Edelmetall. Erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es in Platinerz nachgewiesen. In den folgenden Jahrhunderten besaß das Metall weder wirtschaftlich noch als Basis für Schmuck eine größere Bedeutung. Erst im neuen Jahrtausend wurde ein Verfahren entwickelt, um mithilfe von Palladium als Katalysator Kohlenstoffatome zu Molekülen zu verbinden. Dieses Verfahren brachte den drei daran beteiligten Forschern 2010 den Nobelpreis ein und rückte das Edelmetall ins Licht der Öffentlichkeit. Als Geldanlage bietet sich Palladium heute in Form von Barren und Münzen an genauso wie in Form von Derivaten. In Hinblick auf den Nutzen des Metalls als Teil von Katalysatoren lohnt sich hier eine Investition durchaus.

Platin

Platin ist ein interessantes Metall, das von den spanischen Konquistadoren des 18. Jahrhunderts als unreifes Gold bezeichnet wurde, da es Bestandteil der Goldfunde in Südamerika war. Die damaligen Eroberer Südamerikas warfen das Platin wieder zurück in die Flüsse. Heute liegt der Platinpreis über dem des Goldes. Aufgrund seiner hohen Wertigkeit und der wirtschaftlichen Bedeutung unterliegt Platin im Handel großen Schwankungen. Im Gegensatz zu Gold ist der Kurs des Platins weit mehr von Faktoren wie einem kurzfristigen wirtschaftlichen Aufschwung abhängig, da Platin beispielsweise fester Bestandteil von Fahrzeugkatalysatoren ist.

Silber

Das noch vor Gold am häufigsten unlegiert genutzte Edelmetall ist Silber. In der Menschheitsgeschichte ist Silber seit etwa 7000 Jahren bekannt und begleitet die verschiedenen Zivilisationen ähnlich lange wie Gold. Bis ins späte Mittelalter besaß Silber die gleiche oder sogar eine höhere Wertigkeit als Gold. Durch große Funde in Südamerika und dem Export aus Japan sank der Wert jedoch. Zudem wurde ab dem 19. Jahrhundert Gold zum üblichen Währungsmetall. Trotzdem findet sich Silber in zahlreichen technischen Geräten oder ist ein beliebtes Metall zur Herstellung von Blasinstrumenten. Genauso ist die Schmuckverarbeitung ein sehr wichtiges Segment oder die Herstellung von Geschirr. Es bestehen unzählige Münzen und natürlich Barren die aus reinem Silber oder entsprechenden Legierungen gefertigt werden.

Aufgrund der vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten, gepaart mit einem relativ hohen Vorkommen ist Silber eigentlich Ideal als langfristige Wertanlage, also kommt hier durchaus auch der physische Besitz in Frage. Im Zuge der letzten Weltwirtschaftskrise erfolgte der Einstieg in Silber verstärkt erst ab dem Jahr 2010, als die Anleger dem bereits sehr hohen Goldpreis nicht mehr trauten und eine Abwertung befürchteten. Seinen Spitzenwert erreichte Silber im Jahr 2011, um dann bis heute auf einen Kurswert etwas oberhalb der Werte von 2010 abzusinken. Über einen längeren Zeitraum gesehen beweist sich Silber als zwar langsam, aber kontinuierlich im Wert steigend.

Gold

Etwa 85 % der Goldvorkommen gehen in die Schmuckverarbeitung. Nur ein sehr geringer Anteil wird physisch in Form von Barren oder Münzen gehandelt und auch die industrielle oder technische Anwendung hält sich in Grenzen. Kein anderes Metall unterliegt dabei so sehr der Spekulation wie Gold. Dabei ist Gold vermutlich nicht erst seit der Neuzeit das Mittel der Wahl, um im Krisenfall eine sichere Geldanlage zu nutzen. Schon die Wirtschaftskrise von 1837 ließ den Goldpreis zusammen mit dem Silber innerhalb von 4 Jahren auf das Doppelte hoch schnellen, um dann fast wieder auf den alten Stand aus dem Jahr 1790 abzusinken. Bis zum Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 blieb dies so. Ab diesem Zeitpunkt stieg der Goldpreis wiederum stark an, um dann bis in das Jahr 1971 auf diesem Niveau zu verharren. In dem Jahr kündigte der damalige amerikanische Präsident Richard Nixon die Goldpreisfixierung auf. Innerhalb eines Jahrzehnts stieg der Preis pro Feinunze von 35 USD auf über 600 USD. Der nächste Hype setzte schon kurz nach der Jahrtausendwende ein und erreichte seinen bisherigen Höchststand im Jahr 2012 mit 1882 USD pro Feinunze.

Aktuell pendelt der Goldpreis bei etwa 1200 USD pro Feinunze. Der Wert des Goldes hat sich im Zeitraum von rund 40 Jahren praktisch jährlich verdoppelt. Das bezieht sich nur auf den kontinuierlichen Verlauf und nicht auf Spitzenausschläge. Eine hundertprozentige Verzinsung pro Jahr. Welche Geldanlage bietet das sonst noch? Gold, in Form von Barren oder Münzen, ist auch nach Ende der letzten überproportionalen Wertsteigerung eine sehr gute Form der langfristigen Anlage. Als Derivat ist es aufgrund der Laufzeiten weitaus spekulativer und benötigt schon einiges an Sachverstand, um den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg zu finden.

Edelmetalle als Geldanlage
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