Das Prinzip des Social Tradings steht und fällt mit dem Aspekt der Transparenz, die es erlaubt, die Trades anderer Trader exakt nachzuvollziehen und bei Bedarf zu kopieren. Eine der wichtigsten Fragen lautet daher: Welche Trader sollte ich kopieren?

Das Finden erfolgreicher Trader und solcher, die der eigenen Handelsstrategie am nächsten kommen, hängt natürlich ein Stück weit von der Funktionalität der jeweiligen Trading-Plattform ab. Dennoch gibt es einige allgemeine Regeln, die Sie bei der Traderauswahl berücksichtigen sollten. Schließlich stellen fast alle Plattformen zumindest ein ausreichend differenziertes Modell von Suchmechanismen und Statistiken zur Verfügung.

1. Umfangreiche Historie eines Traders

Suchen Sie nach Tradern, die seit mindestens einem Jahr auf Ihrer Plattform aktiv sind. So erhalten Sie die Möglichkeit Trader auszuwählen, die in Bullen- und Bärenmärkten zurechtkommen und eine konstante Performance abliefern. Viele Anfänger machen den Fehler, einen Großteil ihres Kapitals auf Newcomer zu setzen, deren Rendite in den letzten Wochen und Monaten sehr hoch war, die jedoch oftmals mit großem Risiko traden und auf Dauer wenig zuverlässig sind.

2. Konstante Performance eines Traders

Suchen Sie nach Tradern, deren Rendite jeden Monat etwa in derselben Ertragsspanne liegt. Wenn Sie sich die grafische Darstellung einer Performance-Kurve anschauen, halten Sie nach konstanten Zuwächsen, also Graphen, die möglichst linear ansteigen Ausschau. Hüten Sie sich vor Tradern, deren Graphen auffällige Spikes und starke Schwankungen aufweisen. Eine hohe Volatilität und umfangreicher Drawdown deuten zumeist auf risikofreudige Trader und Spekulanten ohne das nötige Know-How hin.

3. Handelsstrategie und Risikomanagement

Suchen Sie nach Tradern, deren Handelsstrategie Ihrem bevorzugten Handelsstil am nächsten kommt. Analysieren Sie Methode und Risikomanagement der Trader, die für Sie in Frage kommen. Setzt der Trader Levels für Stop-Loss und Take-Profit? Verwendet er eine nachvollziehbare Strategie? Werden Trades manuell oder automatisch vorgenommen?

4. Gesamtzahl der Trades

Halten Sie nach Tradern Ausschau, die im Rahmen ihrer Historie bei einem Anbieter bereits eine höhere Anzahl von Trades getätigt haben. Je mehr Trades ein Trader über einen langen Zeitraum getätigt hat, desto besser (siehe Punkt 1). Als Minimum sollte eine Zahl von 60 Trades gegeben sein.

5. Anteil positiver Trades

Analysieren Sie die Anzahl der positiven Trades eines Traders. Unerfahrene Trader und Zocker tendieren dazu, negative Positionen sehr lange zu halten und zu hoffen, dass der Kursverlauf sich zum Positiven umkehrt. Eine Rate über 85% positiver Trades kann auf ein solches Verhalten hindeuten. Natürlich kann eine hohe Rate positiver Trades auch nur Resultat einer soliden Handelsstrategie sein. Schließlich wollen Sie auch keinen Trader, dessen Zahl positiver Trades sehr gering ist.

6. Floating Losses

Bereits in Punkt 5 wiesen wir darauf hin, dass es Trader gibt, die Verlustpositionen als schwebende Verluste (sogenannte Floating Losses) über lange Zeiträume halten, in der Hoffnung, dass der Trade doch noch zu ihren Gunsten geschlossen werden kann. Je nach Social-Trading-Anbieter kann es sein, dass diese Positionen nicht in den Statistiken eines Traders berücksichtigt werden. Werfen Sie deshalb stets auch einen Blick auf laufende Trades eines Traders und beobachten Sie wenn möglich seine Handelsaktivität über einen längeren Zeitraum.

7. Kommunikation mit Followern

Achten Sie darauf, in welcher Form und Häufigkeit ein Trader mit seinen Followern kommuniziert. Trader, die häufige Updates über Markteinschätzungen und Handelsentscheidungen liefern, machen deutlich, dass sie den Markt aufmerksam verfolgen und auf Ereignisse zeitnah reagieren können.

8. Verhalten nach Rückschlägen und schlechten Trades

Beachten Sie, welches Verhalten ein Trader nach einer Verlustperiode oder einzelnen schlechten Trades an den Tag legt. Verfällt der Trader in Panik oder hält er ruhig an seinem System fest? Klammert er sich an negative Positionen oder fällt es ihm leicht Verluste zu begrenzen, indem Verlusttrades frühzeitig geschlossen werden? Versucht der Trader Verluste „wettzumachen“, indem er besonders riskante Trades eingeht?

9. Halten Sie nicht an Tradern mit schlechter Performance fest

Haben Sie Trader in Ihrem Portfolio, die bereits seit längerer Zeit eine schwache Performance aufweisen oder ihre Tradingstrategie grundlegend ändern, sollten Sie diese aus Ihrem Portfolio entfernen. Begehen Sie nicht den Fehler an Tradern festzuhalten, nur weil Ihnen diese in der Vergangenheit Gewinne eingebracht haben. Wenn es um Ihr Geld geht, ist für Sentimentalität oder kein Platz.

10. Suchen Sie Trader mit unterschiedlichen Strategien

Diversifikation ist auch beim Social Trading wichtig. Scheuen Sie sich deshalb nicht davor, Tradern mit unterschiedlichen Strategien Ihr Geld anzuvertrauen. Was Sie bei der Zusammenstellung eines Portfolios beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

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One Comment on ““Traderauswahl – Was macht einen guten Trader aus?”

  1. Steven90

    Die richtigen Trader sind wahrscheinlich der wichtigste Punkt beim Copy Trading. Umso schwieriger ist es für Einsteiger zu wissen, welche Trader eine vernünftige Strategie haben und welche nur Zocken und mit Glück nach vorne in den Ranglisten kommen. Für Neulinge, die nur nach der Rendite und den Rankings gehen, wird das ganz schnell zum Verlustgeschäft, denn so gut wie alle Signalgeber mit einer Rendite jenseits von allem Realistischen machen früher oder später dicke Verluste. Wer sich die Enttäuschung und den Frust ersparen will, beschäftigt sich lieber anfangs intensiv mit der richtigen Traderauswahl und macht dafür später auch ordnetliche Gewinne.

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