Die Plattform wikifolio gibt es so seit ihrem Relaunch im Jahr 2012. Es ist ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Wien und steht damit unter die Finanzmarktaufsicht. Laut Aussagen des Plattform-Gründers will wikifolio eine Alternative für Privatanleger gegenüber herkömmlichen Anlageprodukten in Europa bieten.

Auf der Startseite im Web demonstriert wikifolio eindrucksvolle Zahlen. Im Oktober 2014 wurden bei wikifolio bisher über 250 Millionen an Kapital investiert und ein Volumen von mehr als 3,8 Milliarden Euro abgewickelt. Mehrere tausend Trader handeln mit ca. 1.700 wikifolios. Die Anleger- und Traderzahlen sind weiter steigend.

Geboten werden transparente Handelsstrategien erfolgreicher Trader, in welche die Anleger investieren und die Aktionen des Traders live verfolgen können. Gehandelt wird dabei mit wikifolio-Zertifikaten – den sogenannten wikifolios. Die Trader fungieren dabei praktisch als Fondsmanager, indem sie die wikifolios aus unterschiedlichen Finanzprodukten zusammenstellen.

Die wikifolio-Zertifikate unterliegen – wie alle handelbaren Zertifikate – einem Emittentenrisiko. Dieses wird allein von der in Düsseldorf ansässigen Bank Lang & Schwarz getragen. Rein theoretisch kann der Investor also alles Geld verlieren, wenn die Bank in den Konkurs geht. Kooperationspartner von wikifolio sind bekannte Firmen wie Handelsblatt, Onvista oder Sparkassen-Broker.

Bei wikifolio können Trader ihre eigenen Strategien testen und mit anderen Tradern Erfahrungen austauschen. Anleger können Profi-Tradern folgen und auch in echte Werte Kapital investieren. Hierzu sind nicht unbedingt Kenntnisse über die Finanzmärkte erforderlich.

Eine „offizielle“ Regulierung ist nicht nötig, da es sich bei wikifolio nicht um einen Broker handelt und auch keine Handelskonten geführt werden. Ein gewisses Maß an Sicherheit wird dadurch gewährleistet, das die wikifolio-Zertifikate über eine Bank erworben und üblicherweise auch sicher verwahrt werden. Der Handel der Zertifikate erfolgt außerdem an einer kontrollierten Börse, was für ordnungsgemäße Transaktionen sorgt.

Finanzinstrumente

Auf wikifolio wird mit Fonds, Aktien und ETF’s und auch mit Hebelprodukten gehandelt. Auch Depots von Vermögensverwaltern werden angeboten. Ähnlich wie bei einem Fonds stellt der Top-Trader in einem wikifolio-Zertifikat die Wertpapiere zusammen, die er bevorzugt.

Demokonto

Es ist nicht möglich, ein Demokonto bei wikifolio zu eröffnen. Allerdings ist ein kostenloser Test der Plattform möglich, was von den Nutzern als sehr positiv betrachtet wird. Es kann sowohl mit „Spielgeld“- als auch mit Echtgelddepots gehandelt werden. Trader müssen allerdings letztere belegen.

Einstieg und Funktionen

Bereits ab etwa 100 Euro ist der Einstieg in reale Investitionen möglich. Die Registrierung erfolgt einfach über den entsprechenden Button auf der Website und mit Angabe weniger persönlicher Daten.

Die Anleger können nun in wikifolio-Zertifikate ihrer Wahl investieren und während der Handelszeiten jederzeit ein- oder aussteigen. In den „wikifolios“ sind die Handelsideen eines Traders in einem dynamischen Portfolio zusammengefasst. Die Anleger können jeden Trade live mitverfolgen.

Wenn die Handelsstrategie eines Traders gewisse Voraussetzungen erfüllt – z.B. mindestens 10 Unterstützer bekommt – und zu einem wikifolio-Zertifikat umgewandelt wurde, entspricht er einem Endlos-Indexzertifikat und erhält als solches eine eigene Wertpapierkennnummer. Nun ist es an der Börse und über den Broker handelbar.

Die Anleger können das wikifolio-Zertifikat kopieren und alle Käufe und Verkäufe des Traders nachbilden. Das wikifolio wird wie ein normales Depot gehandelt: Zu den üblichen Börsenzeiten können Werte gekauft und verkauft werden und auch Statistiken sind einsehbar. Da es sich bei wikifolio nicht um einen klassischen Broker handelt, kann allerdings kein Depot bzw. Handelskonto eingerichtet werden. Dies sehen einige Nutzer als Nachteil an.

Jedes wikifolio-Mitglied kann für sich selbst ein Depot einrichten. Auf diesem können eigene Handelsstrategien getestet und der Börsenhandel geübt werden. Der Anleger kann dieses Depot privat führen, ohne dass andere darauf Einblick haben. Auf Wunsch kann es auch veröffentlicht bzw. „publiziert“ werden und auf diese Weise in den „echten Handel“ einsteigen – wenn die Strategie die Prämissen für eine Investierbarkeit erfüllt.

Trader

Um zum Trader bei wikifolio zu werden, muss eine Legitimation erfolgen mit Ausweiskopie und weiteren Angaben. Auch eine kurze Beschreibung über das Wissen zum Trading und die Strategie wird abgefragt. Natürlich kann der Anbieter nicht überprüfen, ob ein Trader bereits Börsenerfahrung hat und die entsprechenden Fähigkeiten dafür mitbringt. Einige „Star-Trader“ auf wikifolio, zu denen ehemalige Fondsmanager oder Vermögensverwalter sowie erfahrene Hobby-Trader gehören, werden von vielen Anlegern bevorzugt.

Damit die Handelsstrategie eines Traders zum handelbaren wikifolio-Zertifikat wird, muss sie folgende Prämissen erfüllen:

  • mindestens zehn Unterstützer
  • mindestens 21 Tage alt
  • ein vorgemerktes Kapital von mindestens 2.500 Euro (das vorgemerkte Kapital sagt unverbindlich aus, wieviel ein Investor bereit ist, zu investieren)

Wurden die Voraussetzungen erfüllt, bittet der Trader per Mail bei wikifolio um Emission. Nun wird gemeinsam eine rechtskonforme Beschreibung erstellt. Dazu gehört beispielsweise, dass keine Versprechungen mit konkreten Zahlenangaben gemacht werden dürfen. Auch die Analysemethoden möchte wikifolio von den Tradern wissen.

Die Trader legen eine Performancegebühr zwischen 5 und 30 % des erreichten Gewinns fest. Davon erhalten dann der Trader und wikifolio jeweils die Hälfte. Für den Trader bedeutet es: Je mehr Anleger in sein wikifolio investieren und je besser die Performance, umso höher ist seine Erfolgsprämie.

Zu den Handelsstrategien bietet wikifolio ein objektives Bewertungssystem, an dem sich Anleger gut orientieren können. Auf diese Weise erkennen sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Strategien und können leichter die Entscheidung fällen, welchem Trader sie „folgen“ möchten.
Die detaillierte Filterfunktion zu den Top-wikifolios zeigt Informationen über die Performance, die bereits investierte Summe oder erreichte Statusmerkmale.

Befindet sich ein wikifolio im Status „investierbar“, können Anleger in das wikifolio investieren, welches jederzeit geschlossen werden kann. Zu beachten ist, dass der Anleger von der Strategie des Traders abhängig ist. Weicht dieser plötzlich davon ab und investiert in „schwankende“ (=volatile) Wertpapiere, trägt der Anleger das Risiko mit.

Kommunikation

Auf wikifolio gibt es eine Kommentarfunktion, über die Trader mit den Anlegern kommunizieren können. Es werden Kauferklärungen und Markteinschätzungen ausgetauscht und der Trader kann für seine Strategie werben. Auch die einzelnen Trades sind in ihren zeitlichen Abläufen einsehbar. Der Anleger kann also ablesen, welche Strategien der Trader früher verfolgt hat und mit welchen Werten er bisher gehandelt hat.

Im eigenen Info-Blog sind aktuelle News zur Plattform und zum Finanzmarkt zu finden.

Besonderheiten

Die Produkte von wikifolio bauen auf Zertifikaten auf. Dies stellt eine sicherere Anlagemöglichkeit dar als der Handel mit Devisen, da Kursverläufe leichter zu analysieren und einfacher vorauszusehen sind. Diese Tatsache spricht eine andere Zielgruppe an als der riskantere Handel mit Hebelprodukten.

Der Anleger hat allerdings keine Möglichkeit, in die Strategien der Trader einzugreifen.

Kosten und Gebühren

Bei wikifolio ist die Anmeldung kostenlos und es sind auch keine Kontoführungs- oder Depotgebühren zu zahlen. Vielmehr existiert eine Zertifikatsgebühr, die allerdings bereits im Zertifikats-Preis enthalten ist.

Risikomanagement

Da die Bank Lang & Schwarz als einzige das Emittentenrisiko trägt, macht es Sinn, deren Geschäftsergebnisse im Auge zu behalten.

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