Die Social-Trading-Plattformen stellen den Tradern und Anlegern eine geeignete Infrastruktur zur Verfügung, damit diese miteinander kommunizieren und in Interaktion gehen können. Die Leader erarbeiten eine geeignete Börsenstrategie und die Follower folgen ihnen bzw. kopieren diese Strategie. Im besten Fall entsteht eine Win-Win-Situation: Die Leader erhöhen ihren Verdienst und die Anleger gewinnen an Erfahrung und Kapital.

Wer sich am Social Trading beteiligen will, muss sich für eine Plattform entscheiden. Deren Angebote unterscheiden sich teilweise enorm. Zudem kommen immer mehr Broker hinzu, die ins Social-Trading-Geschäft einsteigen. Einsteiger müssen sich Fragen stellen zu Bedienung, Angebot, Reichweite, Zuverlässigkeit, Kommunikation, Service und Gebühren. Wichtig ist natürlich auch zu wissen, wer die meisten Investitionsmöglichkeiten und die höchste Zahl an Top-Tradern bietet. Je detaillierter die Angaben zu Handelskarriere, Rendite, Risiken, Verlustserien und Volatilität zu den einzelnen Tradern sind, desto bessern können sich die Follower ein Bild machen. Wichtig ist auch, dass der Top-Trader, für den man sich entscheidet, seine Gewinne mit Echtgeld erzielt hat.

Einen schnellen Überblick über die unterschiedlichen Anbieter erhalten Sie in unserem Vergleich.

Jede Social-Trading-Plattform hat Vor- und Nachteile. Machen Sie sich ein Bild davon und holen Sie sich ausreichend Informationen ein. Nachfolgend einige hilfreiche Tipps und Infos.

So finden Sie die passende Social-Trading-Plattform

Social Trading PlattformenUm die Plattformen und die besten Strategien kennenzulernen, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen können Sie Schulungsmaterialien in Form von Videos, Büchern und ähnliches studieren. Weiterhin sollten Sie aufmerksam die Diskussionen in den Foren und sozialen Medien verfolgen. Schauen Sie sich auch unabhängige Vergleiche wie diesen hier an und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Profitieren Sie vom Wissen anderer – denn genau das ist es, was Social Trading ausmacht.

Doch auch wenn Sie sich auf die Strategie der Leader (= Top-Trader) verlassen wollen: Es ist dennoch von großem Vorteil, wenn Sie über eigene Kenntnisse zu den einzelnen Anlageformen verfügen. Schließlich investieren Sie Ihr Geld mehr oder weniger direkt in die Handelsstrategie des Traders und sind von seinen Entscheidungen abhängig.

Vor der Entscheidung für eine Social-Trading-Plattform ist es also wichtig, dass Sie sich intensiv mit den einzelnen Portalen auseinandersetzen. Betrachten Sie die einzelnen Kriterien und überlegen Sie, was davon Ihnen wichtig ist. Dabei sollten Sie bereits für sich entscheiden, ob Ihnen geringe Mindestbeiträge und die Nutzung eines kostenlosen Demokontos wichtig sind oder ob Sie beispielsweise Wert legen auf eine hohe Anzahl von Basiswerten bzw. handelbaren Währungspaaren und einen möglichst hohen Hebel. Testen Sie ausgiebig die kostenlosen Demokonten mehrerer Anbieter und informieren Sie sich auch über deren Regeln und die verschiedenen Top-Trader. Beschäftigen Sie sich mit folgenden Fragen und lassen Sie sich beim Finden der Verantwortung von den genannten Aspekten leiten:

1. Welche Anlageformen werden gehandelt?

Die Finanzinstrumente auf den Plattformen sind sehr unterschiedlich und meist auch auf wenige beschränkt. Ayondo beispielsweise handelt ausschließlich mit CFD’s, die bei Anlegern sehr beliebt sind. Hier wird auf steigende oder fallende Kurse von Rohstoffen, Anleihen, Aktien, Indizes oder Währungen gesetzt. Einerseits sind dadurch hohe Gewinnchancen möglich, andererseits ist dies aber mit hohen Risiken verbunden.

Forex wird u.a. von Zulutrade angeboten. Hierbei geht es um den Devisenhandel und die Spekulation auf die Kursentwicklung verschiedener Währungen. eToro bietet auch den Handel deutscher Dax-Werte an. wikifolio handelt beispielsweise mit börsennotierten Fonds (ETF) und Aktien, während sharewise auf seine „Community-Fonds“ setzt.

2. Welche Gebühren sind zu zahlen?

Für den Anleger ist es etwas schwierig, die Gebührenmodelle der einzelnen Plattformen zu vergleichen, da diese sehr uneinheitlich sind. Manche verlangen Servicegebühren. Üblich sind Handelsgebühren und Spreadkosten. Letztere entstehen aus dem Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis beim Kopieren eines Top-Traders. Teilweise geht ein zusätzlicher Bonus an die Trader oder es sind fixe Auszahlungen festgelegt. Die Performance-Gebühr zahlt der Anleger meist nur bei tatsächlichen Gewinnen. Die Registrierung auf einer Plattform ist generell kostenlos.

3. Wie hoch ist die Mindestanlage?

Als Follower einer Handelsstrategie sind in den meisten Fällen 100 Euro als Startinvestition zu zahlen. Bei manchen Plattformen liegt der Betrag sogar darunter, bei anderen gehen die Mindesteinlagen allerdings auch erst bei 500 Euro los oder liegen sogar noch höher.

4. Wie funktioniert die Kommunikation?

Auf manchen Plattformen wird die Kommunikation zwischen den Community-Mitgliedern mithilfe von Blogs, Kommentaren, Chats oder Bewertungsfunktionen gefördert. Andere beschränken sich lediglich auf das Leader-Follower-Prinzip. Auch die Erreichbarkeit des Traders ist unterschiedlich. Kann er persönlich kontaktiert werden? Wie schnell antwortet er auf Fragen?

5. Ist die Eröffnung eines Demokontos möglich?

Bei einigen Social-Trading-Plattformen ist das Eröffnen eines Demokontos fast schon obligatorisch, andere Anbieter verzichten völlig darauf.

6. Welches Risikomanagement wird angeboten?

Um das Risiko von Verlusten einzugrenzen, sind bestimmte Aktionen notwendig, bei z.B. das Setzen von Stopps. Viele Plattformen bieten diese Möglichkeit an. Manche erlauben sogar nur eine begrenzte Kapitalhöhe für einen Top-Trader zu investieren oder legen maximale Positionsgrößen fest. Achten Sie darauf, dass das Risikomanagement zu Ihrem Anlegertyp passt.

7. Wie funktioniert das Kopieren eines Top-Traders?

Social-Trading-Plattformen bieten entweder einen eigenen Broker-Dienst an oder arbeiten mit fremden Brokern zusammen. Davon hängt auch ab, wie leicht ein Top-Trader vom Follower kopiert werden kann. Bei einem eigenen Broker-Dienst funktioniert das Kopieren besonders bequem für den Follower. Flexibler ist der Anleger häufig, wenn fremde Broker ins Spiel kommen – sofern er den Broker selbst auswählen kann.

8. Ist ein individueller Handel mit Finanzprodukten möglich?

Diese Frage ist dann wichtig, wenn Sie in absehbarer Zeit vorhaben, selbst als Top-Trader zu agieren. Das ist auf einer reinen Social-Trading-Plattform teilweise nur begrenzt möglich. Hierfür ist ein Broker erforderlich, der mit Aktiendepots, Forex oder CFD’s handelt und eine Plattform, die den individuellen Handel mit diesen Finanzprodukten ermöglicht.

9. Wie gut sind die Informationen über die Top-Trader?

Je mehr Top-Trader auf einer Plattform aktiv sind, desto eher finden Sie eine viel versprechende Strategie, die zu Ihnen passt – so könnte man es ganz allgemein sagen. Fast ebenso wichtig ist die Möglichkeit, den passenden Top-Trader auf schnelle und einfache Art herauszufiltern. Dafür gibt es spezielle Suchfunktionen auf den Social-Trading-Plattformen. Je nach Anbieter gibt es dafür spezielle Suchfunktionen. Da dieser Punkt besonders wichtig ist, gibt es darüber im Folgenden ein eigenes Kapitel.

Wer steckt hinter den Top-Tradern?

Top-Trader | Guru TraderDiese Frage so ausführlich wie möglich zu beantworten, ist entscheidend für Sie als Anleger. Schließlich investieren Sie Ihr Kapital in die Top-Trader bzw. Leader. Bei vielen der Trader, die auf den Plattformen „unterwegs“ sind, handelt es sich um private Investoren. Nur ein kleiner Prozentsatz handelt tagtäglich an der Börse, um damit sein Geld zu verdienen. Innerhalb der Top-Trader sind schon mehr professionelle Trader vertreten oder zumindest solche, die sich schon seit einigen Jahren hobbymäßig intensiv mit der Börse beschäftigen.

Folgende Informationen über die Leader sollten Sie mithilfe der Suche auf der jeweiligen Plattform einholen:
  • monatliche Trades
  • Anzahl der Follower
  • bisher erreichte Rendite
  • bisherige Maximal-Verluste
  • Handelskarriere
  • verwendete Strategie
  • Volatilität
  • Zusammensetzung und Entwicklung des Portfolios

Ansichtssage ist dagegen, ob ein echter Name und das Foto des Top-Traders für Sie wichtig sind.

Prüfen sollten Sie zudem unbedingt, ob der Trader seine Gewinne auch mit Echtgeld erzielt hat. Ihre Entscheidung sollte dabei stets zugunsten der Echtgeld-Renditen fallen, denn virtuelle Gewinne haben keine echte Aussagekraft. Ebenso interessant dürfte die Information darüber sein, wie die Entlohnung des Top-Traders erfolgt. Hängt sie von der Anzahl der Follower oder vom Erfolg der Strategie ab oder wird beides berücksichtigt? Wird eine erfolgreiche Strategie als Maßstab herangezogen, ist das für Sie eher von Vorteil.

Es geht aber nicht nur um die Platzierung des Traders auf den oberen Plätzen der Rankingliste. Immerhin kann es sein, dass dieser Erfolg eine „Eintagsfliege“ war und/oder der Top-Trader gerne hohes Risiko geht und einfach nur Glück hatte. Wichtig ist auch eine Kontinuität beim Erzielen von Gewinnen. Schauen Sie ruhig auch mal auf die tieferen Positionen. Dort können sich Trader „verstecken“, die eine vorsichtigere Strategie verfolgen und deswegen nicht gleich die höchsten Renditen erzielen. Dafür ist deren Erfolg möglicherweise beständiger.

Oft beschreiben die Trader auch sich selbst, ihre Strategien und welche Ideen dahinter stecken. Auch das kann – verbunden mit den anderen Informationen – als Entscheidungshilfe dienen. Schauen Sie auch in die Kommentare der anderen Anleger, was diese zu den Handlungen und Strategien des Top-Traders meinen.

Folgen bzw. kopieren Sie nicht nur einen Top-Trader, sondern entscheiden Sie sich für ca. fünf verschiedene Leader. Falls der eine Verluste macht, können Sie dies (hoffentlich) mit den erfolgreichen Aktionen der anderen Trader kompensieren. Aber vergessen Sie bitte nie, dass das Geschäft an der Börse immer mit Risiken behaftet ist – egal, welche Tradingstrategie verfolgt wird. Es gibt keine Erfolgsgarantie!

Welche Plattformen gibt es?

Im Folgenden erhalten Sie eine Kurzbeschreibung der fünf Social-Trading-Plattformen. Ausführliche Infos zu jeder Plattform finden Sie auf den entsprechenden Unterseiten. Zusätzlich finden Sie hier einen übersichtlichen Social-Trading-Vergleich der Anbieter.

Ayondo

Die Verwaltung des Anbieters erfolgt in Deutschland und die Regulierung entspricht den gängigen Richtlinien. Auf Ayondo kommen Follower und die Anbieter von Handelssignalen – die sogenannten Top-Trader – zusammen. Jeder kann im Prinzip zum Signalgeber werden, muss aber wie alle anderen Top-Trader strenge Auswahlkriterien durchlaufen und seine Strategien regelmäßig überprüfen lassen. Es gibt eine große Auswahl an Tradern und handelbaren Werten. Die Plattform ist auch sehr gut für Einsteiger geeignet. Es steht ein kostenloses Demokonto zur Verfügung und der Mindestbetrag für den Einstieg in den echten Handel ist niedrig. Für die Follower fallen keine Gebühren an. Mit der Loss-Protection ist für ein gutes Risikomanagement gesorgt. Angebotene Webinare sollen den Wissensaufbau unterstützen.

eToro

Der Anbieter hat seinen Sitz in Zypern und unterliegt den dortigen Regulierungsvorschriften. Besonders für Einsteiger ist diese Social-Trading-Plattform hervorragend geeignet. Ein Konto ist schnell eröffnet, es gibt ein kostenloses Demokonto, welches dauerhaft nutzbar ist und einen sehr niedrigen Mindestbetrag zum Start. Die Handelsoberfläche ist leicht bedienbar und sehr übersichtlich gestaltet. eToro bietet seinen Nutzern viel Lernmaterial zu den Themen Traden und Börse an. Besonders hervorzuheben ist das Community-Gefühl, dass durch die unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten aufkommt. Das Marktmodell und die aufsichtsrechtlichen Bedingungen genügen nicht unbedingt professionellen Ansprüchen, was aber für Einsteiger nicht entscheidend ist.

sharewise

Der Anbieter unterscheidet sich von den anderen Social-Trading-Plattformen insofern, dass er kein online-Broker ist und es auch keine Trader gibt. Vielmehr geht es bei sharewise um den Austausch zwischen den Nutzern und um Empfehlungen, die jeder geben und einsehen kann. Die Top-Empfehlungsgeber sind in einer Rankingliste aufgeführt und andere Nutzer können aus deren Strategien und Meinungen lernen und davon profitieren. sharewise überprüft und bewertet die abgegebenen Tipps, so dass es einen messbaren Erfolg gibt, an dem sich die Nutzer orientieren können. Wer in der Top-100-Liste steht, hat erhält einige Vorteile. Am „hauseigenen“ H&A sharewise Community Fonds kann sich ein sharewise-Mitglied mit mindestens einem Fondsanteil beteiligen. Die Community selbst ist für alle kostenlos nutzbar.

wikifolio

Der Anbieter hat seinen Sitz in Wien und unterliegt der Finanzmarktaufsicht. Gehandelt wird mit wikifolio-Zertifikaten, die von den Top-Tradern zusammengestellt wurden. Ein Handelskonto oder Depot im klassischen Sinne existiert nicht. Die Trader werden in einem gut durchdachten Bewertungssystem vorgestellt, so dass die Follower eine gute Entscheidungshilfe bekommen. Es kann sowohl in das eigene, als auch in andere wikifolio-Zertifikate investiert werden. Trader müssen nicht unbedingt selbst investieren, wenn sie ausreichend Investoren für ihr wikifolio finden. Die gehandelten Aktienwerte sind leichter analysierbar als andere Finanzinstrumente, was den Handel etwas sicherer macht. Die Anleger können den Strategien anderer Trader folgen und mit einer niedrigen Mindesteinlage einsteigen. Vorkenntnisse sind hierfür nicht unbedingt erforderlich. Die Kommunikation zwischen Trader und Anleger erfolgt über eine Kommentarfunktion.

Zulutrade

Der Anbieter hat seinen Sitz auf Zypern und in den USA. Es wird ausschließlich mit Devisen gehandelt, was eine recht riskante Handelsform ist. Für Einsteiger wird allerhand geboten, auch wenn die Mindesteinzahlung höher als bei anderen Plattformen liegt. Zulutrade bietet ein kostenloses Demokonto, wodurch Anleger die Möglichkeit bekommen, die recht komplexe Handelsplattform und deren Features besser kennenzulernen. Es gibt beispielsweise umfangreiche Filter- und Suchfunktionen, um den passenden Trader herauszufinden. Es ist ein einfaches Kopieren der Top-Trader möglich und die Trades werden vollautomatisch umgesetzt. Es kann aus über 40 Brokern gewählt werden. Für Follower fallen keine Gebühren an. Gleichzeitig stellt Zulutrade Lernmaterial und einen guten Support zur Verfügung. Lediglich die Vergütung der Top-Trader lässt zu wünschen übrig, da Zulutrade die Signalgeber danach bezahlt, wieviel Kapital sie bewegen. Das kann Signalgeber zu riskanteren Trades verführen.

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