Was ist Social Trading / Copy Trading?

Das Web 2.0 macht es möglich: Websites voll von Informationen, die von interessierten, engagierten und spezialisierten Nutzern zusammengetragen wurden. Jeder kann mitmachen, profitiert vom Wissen der anderen und kann sich in sozialen Netzwerken austauschen. Mit dem Social Trading hat diese soziale Komponente über die Plattformen eToro, ayondo, wikifolio, ZuluTrade & Co. ihren Weg in den Online-Finanzhandel gefunden.

Private Investoren veröffentlichen ihre Strategien und Trades als Signalgeber, die andere Trader als Signalnehmer nachhandeln oder sogar automatisch kopieren können (Copy Trading). Die Vorgänge sollen mit hoher Transparenz und in Echtzeit ablaufen. Einsteiger können aus dem Wissen erfahrener Trader lernen und von deren Erfolgen finanziell profitieren, während die Top-Trader dadurch ihr Einkommen aufbessern können. Prinzipiell kann dabei jeder Anleger auf beiden Seiten aktiv sein, als Signalgeber und als Signalnehmer.

Weitere Bezeichnungen für die Beteiligten neben Signalgeber und Signalnehmer lauten: Top-Trader bzw. Leader sowie Follower bzw. Kopierer.

Um die Begrifflichkeiten zu vervollständigen: Die Social Trading Plattformen werden auch „Social Investment Networks“ genannt. Schließlich wird hier – bei allem Sozialen – auch versucht, Geld zu verdienen.

So funktioniert Copy Trading:


Copy Trading Infografik

Was ist das Besondere beim Social Trading?

Social Trading

Auf den Plattformen werden erfolgreiche Trading-Experten mit Markteinsteigern zusammengebracht. Beim „sozialen Handel“ werden also nicht mehr die Fondsmanager und Bankberater gefragt, sondern die Anleger folgen den Tipps und Empfehlungen aus der Community. Privatanleger handeln gemeinsam Forex, Aktien und Rohstoffe, hauptsächlich in Form von Derivaten wie CFDs.

Beim Social Trading arbeiten auch jetzt schon Trader aus der ganzen Welt zusammen, tauschen sich aus und schlagen den Bankern ein Schnippchen. Studien zeigen, dass diese Form der Geldanlage bei privaten Anlegern inzwischen ein hohes Vertrauen genießt – was bei der herkömmlichen Bank- und Finanzberatung nicht (mehr) unbedingt der Fall ist.

Welche Ziele verfolgt das Social Trading?

Trading NetzwerkDas Ziel der Plattformen ist, dass alle Anleger gemeinsam Rendite machen. Dazu werden verschiedene Varianten des Online-Tradings sowie unterschiedliche Finanzinstrumente eingesetzt. Was immer gleich bleibt: Beim Social Trading können Sie sich mit anderen Anlegern austauschen und gleichzeitig andere, möglicherweise erfahrenere Trader beobachten und deren Investments und Trades (zum Großteil automatisch, sogenanntes Copy Trading oder Mirror Trading) kopieren. Learning by copying lautet das Motto. Aus den Entscheidungen und teilweise öffentlich zugänglich gemachten Strategien der Top-Trader sollen Anleger lernen und in der Praxis sehen, wie sich diese auf das eigene Geld auswirken.

Neulinge im Trading können ihr eigenes Social-Trading-Portfolio zusammenstellen und werden an den Gewinnen anderer Trader beteiligt. Die einen geben also die Signale, die anderen übernehmen diese. Je größer und erfolgreicher das Netzwerk, umso mehr Signalnehmer werden angezogen. Es ergeben sich Synergieeffekte – macht der Signalgeber Gewinn, profitiert auch der Signalnehmer davon. Daraus entwickelt sich im Idealfall ein sich immer höher schraubender „Zuwanderungsprozess“, der weitere Signalnehmer anlockt.

Wie funktioniert Social Trading?

Wie funktioniert Social Trading?Die Idee, die hinter Social Trading, steckt ist einfach: Ein – im günstigsten Fall erfahrener – Anleger stellt auf der Plattform seine Strategie vor und gestattet anderen, diese nachzuahmen.

Die Aufgabe der Plattformen besteht darin, beide „Parteien“ zusammenzubringen. Die Top-Trader erarbeiten eine (hoffentlich) clevere Börsenstrategie, während die Follower diese für sich übernehmen und im Rahmen des Copy Tradings automatisiert kopieren. Auf der Social-Trading-Plattform findet sich die dafür nötige Infrastruktur und die Möglichkeit, rund um die Uhr zu investieren.

Genutzt wird eine Live-Datenbank mit sämtlichen Handelsaktivitäten, die auf der Plattform getätigt werden. Wenn Sie Mitglied in einem Netzwerk sind, können Sie die Aktivitäten der erfolgreichsten, von Ihnen ausgewählten Experten beobachten und deren Trades kopieren. Erzielt der Trader einen Gewinn, profitieren Sie und alle anderen Anleger davon. Aus den Rankings auf den jeweiligen Websites können Sie erkennen, welche Trader am erfolgreichsten sind und die meisten Follower haben.

Je nach Anbieter können Sie Kommentare wie Blogs, Social-Sharing-Optionen, Bewertungsfunktionen für Tradingstrategien oder Finanzprodukte sowie unterschiedliche finanzielle Transaktionen nutzen.

Unterschiedlich bei den Plattformen ist auch die Anzahl der Top-Trader, denen Sie folgen können. Hier können Sie sich für eine festgelegte Maximalanzahl von Leadern entscheiden und von deren Handelsentscheidungen profitieren. Oft gibt es die Möglichkeit, die Abläufe vollkommen zu automatisieren. In dem Fall richten Sie Ihr Konto so ein, dass eine automatische Kopie anderer Trader erfolgt. Auf diese Weise bauen Sie ein Portfolio auf, das relativ unabhängig von Personen und einzelnen Finanzinstrumenten ist und auf den Ergebnissen von mehreren erfolgreichen Tradern basiert. Dabei können Sie durch bestimmte Maßnahmen zur Risikoverringerung beitragen oder – wenn Sie dem Leader vertrauen und selbst einen guten Marktüberblick haben – Ihren Gewinn durch den Einsatz eines größeren Betrags erhöhen.

Zum Start des Copy Tradings wählen Sie einen oder mehrere Trader aus, um diese zu kopieren. Dafür stellen die Plattformen oft mehrere Tools bereit. Danach brauchen Sie nur noch die entsprechende Schaltfläche zum Kopieren des Traders anzuklicken und den Prozentsatz festzulegen, den Sie für den Trader investieren wollen. Empfohlen wird, zunächst mit einem kleinen Prozentsatz wie beispielsweise 5 % zu beginnen. Später, wenn sich der Trader als zuverlässig herausgestellt hat, können Sie die Prozente immer noch erhöhen.

Natürlich profitieren auch die Top-Trader davon, da sie für jeden Follower eine Provision erhalten. Je erfolgreicher ihre Strategien sind, desto häufiger werden sie kopiert und umso höher gestaltet sich ihr Einkommen. Top-Trader kann dabei prinzipiell jeder werden, der eine erfolgreiche Anlagestrategie hat. Häufig ist dafür nicht einmal der Einsatz eigenen Kapitals vonnöten. Die Konditionen für Top-Trader auf den bekanntesten Plattformen finden Sie hier: Top-Trader werden

Welche Instrumente kommen zum Einsatz?

Trading-PlattformenDas sind die zwei verbreitetsten Social-Trading-Modelle, wobei die meisten Anbieter inzwischen beide Modelle miteinander verknüpfen:

Social-Trading- bzw. Copy-Trading-Plattformen

Hier präsentieren erfahrene Trader ihre Strategien und andere Anleger folgen diesen Empfehlungen. Dafür werden beispielsweise Plattformen wie wikifolio oder ayando genutzt. Abläufe und Gewinnverteilung hängen wiederum von den eingesetzten Methoden ab.

Beim Copy-Trading können alle Trades des oder der ausgewählten Trader kopiert werden, ohne dass jemand unbedingt den Markt vollständig verstehen muss. Dabei wird nur ein Teil der Geldmenge auf das Konto des Investors kopiert – die Käufe und Verkäufe werden jeweils proportional umgesetzt. Alle Aktionen des Traders werden zeitgleich beim Investor ausgeführt. Dieser hat gleichzeitig das Recht, das Copy-Trading jederzeit zu beenden oder die kopierten Trades selbständig zu verwalten.

Beim Mirror-Trading kopiert der Anleger spezielle Strategien der Top-Trader und wendet diese auf dem eigenen Brokerkonto an. Alle Käufe und Verkäufe, die zu dieser Strategie gehören, werden automatisch auf dem eigenen Konto ausgeführt. Dabei können mehrere Strategien gleichzeitig ausgewählt werden, was einerseits die Flexibilität erhöht, andererseits mehr eigene Kenntnisse voraussetzt.

Social-Trading-Community

Hier fließen die Erfahrungen und das Wissen aller Anleger gleichberechtigt in einen Pool. Mithilfe dieser Informationen können die Akteure spezifische Entscheidungen und Einschätzungen treffen, welche Strategien sinnvoll sind und welche Entwicklungen sich abzeichnen. Hierfür sind eine aktive Beteiligung und transparente Handhabung entscheidend.

Der Austausch der Trader und Anleger erfolgt direkt. Dabei werden vor allem Ideen und Strategien für geeignete Investitionen vorgestellt und bewertet.

Bei den handelbaren Werten gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Social Trading Plattformen. Meist haben sich die Online-Portale auf wenige Finanzinstrumente spezialisiert. Dazu gehören beispielsweise Aktien, Fonds, CFD, ETF, Forex oder Kurswetten.

Die online-Plattformen unterscheiden sich außerdem hinsichtlich der Vergütungsmodelle, des Umgangs mit dem „sozialen Aspekt“ sowie der Kosten. Auch der Mindestanlagebetrag ist unterschiedlich – häufig beginnt er bei 100 Euro, in manchen Portalen können Sie aber auch erst mit mindestens 500 Euro einsteigen. Nicht jeder Anbieter hält zudem ein kostenloses Demokonto bereit.

eToro Portfolio

Portfolio im Webtrader der Plattform eToro

Social Trading: Pro und Contra

Die einzelnen Plattformen haben unterschiedliche Ansätze, gleich ist jedoch die Kombination des sozialen Aspekts mit der Möglichkeit einer Finanzanlage. Damit Sie sich ein allgemeines Bild machen können, hier die wichtigsten Pros und Contras von Social Trading, teilweise abhängig von der jeweiligen Plattform:

Vorteile von Social Trading

  • Social Trading VorteileAustausch von Informationen und Erfahrungen – für Einsteiger und Experten
  • nützliche Analysemöglichkeiten für Performance eines Traders
  • kostenlose Nutzung bzw. Anmeldung und kostenlose Demokonten
  • unkomplizierter Einstieg in den Wertpapier- und Devisenhandel
  • gute Start- und Lernmöglichkeit für die spätere Karriere als Anleger
  • hohe Transparenz und Einblick in Anlegerverhalten
  • mögliche Kontaktaufnahme zu Top-Tradern
  • sowohl aktive als auch passive Teilnahme am Social Trading möglich
  • ausprobieren eigener Anlagetaktiken und Handelsstrategien im Demokonto

Nachteile von Social Trading

  • Social Trading NachteileAbhängigkeit von der Performance anderer Investoren
  • die Top-Trader bleiben oft anonym – nur Nickname und Handelsstrategie sind bekannt
  • es gibt keine Garantie für den finanziellen Erfolg – oft ist dies mit Trend und Glück verbunden
  • zum Teil wird fälschlicherweise suggeriert, dass es keine Verlustrisiken gäbe
  • nicht jeder Trader ist langfristig erfolgreich und viele neigen zu riskanten Strategien
  • konservativere Trader mit risikoärmeren Strategien rangieren auf den Ranglisten häufig nicht ganz oben
  • bei den meisten Plattformen gibt es ein Emittentenrisiko – bei einem Konkurs würden die Anleger ihr Kapital ganz oder teilweise verlieren
  • langfristig positive Entwicklung des Social Trading muss sich erst noch beweisen

Zum Social-Trading-Vergleich 

Für wen ist Social Trading geeignet?

Das Social Trading ist sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Trader geeignet. Wir sagen Ihnen, warum das so ist und wie die Chancen am höchsten sind, mit Social Trading auch wirklich Geld zu verdienen.

Social Trading für Einsteiger

Traden für EinsteigerEin wenig „börsenaffin“ sollten Sie schon sein, wenn Sie in das Social Trading einsteigen wollen. Denn ganz ohne eigenes Wissen geht auch hier nichts. Zumindest sollten Sie Grundwissen zu den handelbaren Produkten besitzen. Am besten beginnen Sie damit, die Abläufe, Strategien etc. passiv zu beobachten. Wenn Sie die Strategien und Entscheidungen der Experten verstehen und befürworten, können Sie diese für Ihr eigenes Depot kopieren.

Auf den Plattformen sollten Sie immer damit beginnen und erst einmal virtuelles Geld investieren. Wenn Sie mehr Erfahrung gesammelt und sich mit dem System vertraut gemacht haben, können Sie – wenn Sie möchten – mit echtem Geld einsteigen.

Läuft alles gut, können Sie eine positive Rendite erwirtschaften – entweder zusammen mit der Community oder im „Schlepptau“ mit den Leadern. Bei letzterem ist es wichtig, die richtigen Top-Trader zu finden, denen Sie vertrauen können. Denn jede ihrer Investition tätigen Sie mit Ihrem bereitgestellten Kapital mit. Trifft der Top-Trader eine Fehlentscheidung, haben Sie die negativen Folgen mitzutragen. Im Gegenzug benötigen Sie kein allzu großes Wissen übers Trading.

Social Trading für Experten

Wenn Sie sich schon länger mit der Thematik beschäftigen, können Sie sich als Trader auf einer der Plattformen anmelden. Dadurch ermöglichen Sie sich zusätzlichen Verdienst. Wichtig ist, dass Ihnen möglichst viele Menschen folgen bzw. Sie kopieren – dann werden umso mehr Anleger angelockt und Sie landen weiter oben auf den Rankinglisten. Die Bezahlung erfolgt je nach Plattform als prozentuale Rendite, nach Zahl Ihrer Trader oder nach Menge der umgesetzten Lots.

Je mehr Follower Sie haben, umso höher sind Ihre Verdienstmöglichkeiten – das gilt unabhängig von der Abrechnungsvariante. Dafür sollten Sie sich wirklich gut mit dem auskennen, was Sie tun.

Die fünf wichtigsten Eigenschaften einer Social-Trading-Plattform

Immer mehr Anbieter des Social Trading stoßen auf den Markt vor. Eine seriöse Plattform sollte vor allem diese Eigenschaften besitzen:

  • Social Trading Plattformenkostenloses Demokonto
  • nachvollziehbare Gebühren
  • funktionierendes Risikomanagement
  • gesicherte Abläufe der Transaktionen
  • ausreichender Datenschutz

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Weitere Informationen im Netz:

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Tim RehfeldSocial Trading